Kranzniederlegung der SPÖ Frauen Simmering im Gedenken an Rosa Jochmann

 

Vor 27 Jahren starb Rosa Jochmann. Die SPÖ Frauen Simmering gedenken der unermüdlichen Kämpferin für Menschlichkeit, der Sozialdemokratin und Ravensbrück-Überlebenden.

 

Rosa Jochmann wurde am 19. Juli 1901 als viertes von sechs Kindern einer Arbeiterfamilie in Wien Brigittenau geboren. Kurz nach Rosas Geburt zog die Familie von der Brigittenau nach Simmering, wo Rosa die Volks- und die Bürgerschule besuchte. Vierzehnjährig fand sie ihre erste Anstellung als Hilfarbeiterin bei der Süßwarenfabrik Victor Schmidt & Söhne. 1916 wurde sie kriegsdienstverpflichtete Arbeiterin in den Simmeringer Draht- und Kabelwerken Ariadne, danach in der Kerzen- und Seifenfabrik Apollo. Seit 1915 als Arbeiterin beschäftigt, engagierte sie sich in der Gewerkschaft der Chemiearbeiter, deren Sekretärin sie 1925 wurde. 1932 übernahm sie das Amt der Zentralsekretärin der Sozialistischen Frauen, ein Jahr später wurde sie in den Bundesparteivorstand der Sozialdemokraten gewählt. Nach dem Verbot der Arbeiterorganisationen arbeitete sie in der Illegalität und wurde dafür vom austrofaschistischen Regime mehrere Monate in Polizeihaft genommen. 1939 von der Gestapo verhaftet, wurde sie im April 1940 in das Konzentrationslager Ravensbrück verbracht, wo sie bis zum Untergang des Nationalsozialismus eingesperrt war.

 

Nach der Rückkehr aus der KZ-Haft wurde sie Vorsitzende der SPÖ-Frauen, stellvertretende Vorsitzende der SPÖ und, 1948, Vorsitzende des Bundes Sozialistischer Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus, letzteres ein Amt, welches sie bis zu ihrem Tod bekleidete. Überdies wirkte Jochmann von 1945 bis 1967 als Abgeordnete zum Nationalrat. Noch bis ins hohe Alter reiste Jochmann unermüdlich durch zahllose Schulen, um als Zeitzeugin von den Ereignissen 1938 bis 1945 zu berichten und aufklärerisch zu wirken. Durch ihre unermüdliche Tätigkeit erwarb sie sich Respekt weit über die Parteigrenzen hinaus und galt als unbestrittene moralische Instanz der Republik. Sie starb am 28. Jänner 1994.

 

Das Leitmotiv von Rosa Jochmann blieb bis zu ihrem Tod 1994 unverändert: „Alle sind willkommen, die mit uns gemeinsam gegen die erstarkenden Kräfte des Faschismus auftreten wollen … Der Kampf, den wir führen, ist ein Kampf, der nie zu Ende geht!“